Diplomarbeit

 

Naturwissenschaften historisch verstehen - Eine fachdidaktische Erörterung, Erhebung zum Ist-Zustand im Chemieunterricht in Österreich und mögliche Unterrichtskonzepte
Jennifer Anzlin

Die Naturwissenschaften und all ihre Errungenschaften haben eine große Bedeutung für unser modernes Leben. Unsere hochtechnisierte Gesellschaft verlangt nach BürgerInnen, die autonom und kritisch sind, die eigene Meinungen haben und reflektieren. Damit zukünftige Erwachsene mit neuen Erkenntnissen und Erfindungen umgehen oder diese kritisch bewerten können, müssen sie über eine naturwissenschaftliche Grundbildung verfügen. Naturwissenschaftlicher Unterricht hat die Aufgabe, den SchülerInnen die Entwicklung eines angemessenen Verständnisses von Naturwissenschaften und Technik zu ermöglichen. Dies gelingt durch die Thematisierung und die aktive Auseinandersetzung mit der Natur der Naturwissenschaften (engl. „Nature of Science“). Ein Weg die Natur der Naturwissenschaften in den Unterricht zu integrieren, führt über die Wissenschaftsgeschichte. Mit deren Hilfe den SchülerInnen verdeutlicht wird, was Naturwissenschaften sind, wie sie funktionieren und wie sie das Leben bzw. die Gesellschaft beeinflussen. Heranwachsende erkennen diese als eine Aktivität des Menschen, wodurch naturwissenschaftliches Wissen als weniger abstrakt und begreifbarer erscheint. Die Bedeutung der Wissenschaftsgeschichte für die österreichischen ChemielehrerInnen wurde mittels einer Online-Befragung erhoben. Die befragten Lehrkräfte empfinden die Geschichte der Chemie als durchaus wichtig, sie erkennen auch ihre Bedeutung hinsichtlich möglicher Wirkungen auf den Unterricht. Anschließend geht die vorliegende Arbeit auf mögliche Unterrichtskonzepte ein, die die Aspekte der Natur der Naturwissenschaften mittels der Wissenschaftsgeschichte in den Unterricht integrieren. Hierzu werden auch zwei konkrete Beispiele der interaktiven historischen Vignette zum Thema „Kernspaltung, eine gewagte Idee“ und „Penicillin, ein glücklicher Zufall“ angeführt.