Diplomarbeit

 

Unterschiedliche SchülerInnen in der Lernwerkstatt - Wahrnehmungen, Ziele, Lerngelegenheiten (im Projekt von Dr. Simone Abels) 
Tanja Radinger

Das Forschende Lernen gilt als moderner Unterrichtsansatz in den Naturwissenschaften. Es soll weg von faktenzentriertem Auswendiglernen hin zu einem induktiven und nachhaltigen Unterricht führen (vgl. Abrams et al., 2008; Europäische Kommission, 2007). Die mannigfaltige Idee des Forschenden Lernens vereint drei Hauptziele: to do inquiry, to learn about inquiry und to learn scientific content (vgl. Abrams et al., 2008). Diese Ziele erfordern und fördern verschiedene Ziele und Kompetenzen, die sich im österreichischen Kompetenzmodell für Naturwissenschaften in der 8. Schulstufe (vgl. BIFIE, 2011) wiederfinden lassen. Die SchülerInnen können zur Reflexion über ihre eigene Arbeit sowie über Nature of Science gebracht werden (vgl. Abd-El-Khalick, 2004). Sie nehmen am Forschungsprozess auf vielen Arten teil (vgl. Abels et al., 2014) und arbeiten mit Materialen, Objekten und Ideen (vgl. Millar, 2009). Weiters können sie Wissen in speziellen Fachgebieten sowie allgemein durch das Herstellen von Zusammenhängen und im Umgang mit Modellen erwerben und vertiefen (vgl. Abrams et al., 2008). In der Literatur werden vier Level zur Umsetzung des Forschenden Lernens vorgeschlagen (vgl. Colburn, 2000; Abrams et al, 2008; Blanchard et al, 2010). Von den Leveln 0-3 nimmt die Offenheit und SchülerInnenzentriertheit des Settings stetig zu (vgl. Colburn, 2000). Mit dieser Vielfalt an Zugangsmöglichkeiten wird das Forschende Lernen als sinnvoll im Umgang mit Diversität dargestellt (vgl. Europäische Kommission, 2007). Es kann SchülerInnen verschiedener Herkunft, Interessen, Fähigkeiten, Lernmotivation ect. ansprechen und einbinden (vgl. Abels, 2012; Sliwka, 2010). Das Konzept „Lernwerkstatt“ verbindet eine Offenheit für Diversität mit offener Raum-, Inhalts-, Sozial- und Zeitgestaltung und Forschendem Lernen auf Level 3 (vgl. Ernst, 1998; Zocher, 2001).

Diese Arbeit beschreibt die hier erwähnte Begrifflichkeiten im Detail und zeigt theoretische Ziele, Lerngelegenheiten und Herausforderungen des Forschenden Lernens auf. An den theoretischen Abriss schließt eine empirische Untersuchung an, die die Arbeit von vier SchülerInnengruppen in einer Lernwerkstatt analysiert. Im Rahmen von Dr. Simone Abels Projekt (vgl. Abels, 2015) wurden die vierten Klassen der Neuen Mittelschule Donaustadt in ihrem dreitägigen Lernwerkstattsprojekt begleitet. Anschließend wurden Interviews durchgeführt und transkribiert. Gemeinsam mit den Beobachtungen aus der Lernwerkstatt sowie transkribierten Videoausschnitten wurden diese Daten nach der inhaltlich-strukturierenden Inhaltsanalyse (Mayring, 2010) ausgewertet. Durch die Analyse werden die theoretisch dargestellten Ziele, erwerbbare Kompetenzen und mögliche Herausforderungen mit der Umsetzung in der Praxis abgeglichen werden. Dadurch wird dargestellt, wie unterschiedliche SchülerInnen in einer Lernwerkstatt arbeiten, welche Fähigkeiten sie dabei vertiefen können und wo noch Raum für Lerngelegenheiten ist. Im Abgleich zwischen Theorie und Praxis soll die Vielfältigkeit und Anwendbarkeit des Forschenden Lernens sichtbar werden.

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