Diplomarbeit

 

Zur Entwicklung einer Fachsprache im Chemieunterricht der vierten Schulstufe - Eine Fallstudie 
Karin Steinmetz
 

Zur Erforschung der chemischen Fachsprachenentwicklung von Schülern und Schülerinnen der Sekundarstufe I wurde eine Fallstudie im Bundesgymnasium der Gottschalkgasse 21, in 1110 Wien, durchgeführt. Es wurden drei Schüler der vierten Klasse Unterstufe über einen Zeitraum von zwei Wochen im Chemieunterricht beobachtet.

Zu Beginn der Arbeit werden die Grundlagen für Sprachentwicklung dargelegt. Diese  umfassen die Abgrenzung der verschiedenen Sprachformen und den Einfluss, den Sprache auf den naturwissenschaftlichen Unterricht, im Speziellen auf das Fach Chemie, ausübt. Im Anschluss daran werden wichtige Erkenntnisse über die Begriffsbildung und die Bedeutungsveränderung von Termini dargelegt. Der Weg der Begriffsbildung beginnt beim Vergleichen von Neuem mit Bekanntem, läuft über das Differenzieren und Abstrahieren bis hin zum Generalisieren und Typisieren. Die Muttersprache bildet das Fundament, auf welchem Fachsprachenentwicklung stattfindet, da bei „motivierten Termini“ über sie der Sinn abgeleitet werden kann. Hat der oder die Lernende einen Fachbegriff erfasst, finden als nächste Schritte Bedeutungserweiterungen oder –verengungen statt. Das Beispiel „Kalk“ soll die Wechselwirkung von Alltags- und Fachsprache im Chemieunterricht veranschaulichen. Die Vorstellungen, welche die Schüler und Schülerinnen in den Unterricht mitbringen, sowie das soziales Umfeld, aus dem die Jugendlichen stammen, stellen weitere wesentliche Faktoren zur Beeinflussung der Lehr- und Lernprozesse dar. Ein Leitfaden guter Unterrichtsvorbereitung in Anlehnung an die Kriterien zur Fachsprachenentwicklung schließt dieses Kapitel ab.

Der empirische Teil umfasst die Beschreibung der gewählten Forschungsmethoden, sowie die Darstellung der Ergebnisse der Fallstudie, auf welche diese Methoden angewendet wurden. Als Forschungsinstrumente dienten zwei Gruppeninterviews, schriftliche Dokumentationen („Concept Maps“ und „Minute Papers“), sowie die teilnehmende Beobachtung mit Video- und Audioaufzeichnungen. Die erhobenen Daten und daraus resultierenden Schlussfolgerungen werden in einer eingehenden persönlichen Interpretation begründet. Eine Zusammenfassung und ein Ausblick schließen die Arbeit ab.

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