Naturwissenschaftliche Phänomene mit dem Smartphone entdecken (SpottingScience)

 

Naturwissenschaftliche Phänomene und Prozesse begegnen nicht nur Wissenschaftler*innen im Labor, sondern uns allen in unserem Alltag. Diese zu erkennen und zu verstehen, ist für alle Bürger*innen wichtig, um informierte Wahl- und Konsumentscheidungen treffen zu können. SpottingScience wurde von Philipp Spitzer am AECC Chemie entwickelt, um Lernmöglichkeiten über interessante und relevante chemische Aspekte im öffentlichen Raum anzubieten. Seit er an die Universität Graz wechselte, gibt es zwei Standorte vom SpottingScience in Österreich – Wien und Graz.

Auf dem öffentlich genutzten Campus der Universität Wien sind Holzpfosten mit QR-Codes (ScienceSpots) zu finden, die alle Interessierten eingeladen, diese mit ihrem Smartphone zu scannen und sich über das jeweilige Thema zu informieren. Die digitalen Lernumgebungen können sowohl von Passant*innen als auch Schulklassen genutzt werden und sind somit ein Element der Wissenschaftskommunikation. Ein weiterer Fokus von SpottingScience liegt im Bereich der Lehrer*innenbildung.

Die ScienceSpots werden zum Teil durch Chemie-Lehramtsstudierende im Rahmen von Bachelorarbeiten entwickelt und in Konzepte für den Chemieunterricht integriert. Dies bietet Studierenden neben der Vertiefung eines Fachinhalts auch die Möglichkeit, sich mit Wissenschaftskommunikation, der Nutzung digitaler Medien sowie dem Design angemessener Lerngelegenheiten für die jeweiligen Zielgruppen auseinanderzusetzen.

Der thematische Schwerpunkt der ScienceSpots des AECC Chemie in Wien liegt auf Themen der Grüner Chemie. Grüne Chemie – ein Begriff, der erstmals 1991 von Paul Anastas geprägt wurde – kann als die Entwicklung einer auf den Output ausgerichteten industriellen Chemie hin zu Initiativen zur Vermeidung von Umwelt- und Gesundheitsgefährdungen betrachtet werden. Während die Industrie für die Sicherheit der Produktionsprozesse und der Produkte verantwortlich ist, müssen die Nutzer*innen die Produkte auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise verwenden und entsorgen. Mit anderen Worten: Sowohl die Industrie als auch die Nutzer*innen sind dafür verantwortlich, dass Grundsätze der grünen Chemie eingehalten werden.

Die von Anastas und Warner formulierten zwölf Prinzipien der Grünen Chemie werden an den einzelnen ScienceSpots auf dem Campus in Wien vorgestellt und anhand von Beispielen mit Alltagsprodukten verständlich erläutert. 

Am Wiener SpottingScience-Projekt unter Leitung von Anja Lembens haben bisher folgende Personen mitgearbeitet: Gerda Heinzle, Alexandra Tepla, Olivia Froschauer, Benjamin Eckhart

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter https://spottingscience.at/