Grüne und nachhaltige Chemie

Was verbirgt sich hinter diesem Forschungsschwerpunkt?

Unsere Gesellschaft steht vor Herausforderungen wie dem Klimawandel und Umweltverschmutzung. Neben politischen und industriellen Maßnahmen können auch Individuen durch ihr verantwortungsbewusstes Handeln zum Erreichen der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) beitragen. Dazu bedarf es jedoch einer angemessenen Urteils- und Handlungskompetenz, die durch einen darauf ausgelegten Chemieunterricht gefördert werden kann.

Aus diesem Grund beschäftigt sich das Team des AECC Chemie damit, Grüne und nachhaltige Chemie im Chemieunterricht der Primar- und Sekundarstufe zu verankern. Die Aktivitäten am AECC Chemie reichen von der Entwicklung und Evaluierung von Unterrichtsmaterial über Wissenschaftskommunikation mithilfe des Projekts SpottingScience bis hin zu Lehrer:innenfortbildungen rund um Grüne und nachhaltige Chemie.

Diese Seite bietet einen Überblick über aktuelle und abgeschlossene Projekte im Forschungsschwerpunk Grüne und nachhaltige Chemie.

 

 


Positionspapier zur Grünen und Nachhaltigen Chemie für die Plattform Grüne Chemie

Als Mitglied der Plattform Grüne Chemie für den Bereich Bildung verfasste Univ.-Prof. Dr. Anja Lembens ein Positionspapier mit dem Titel "Lehren und Lernen über Grüne und Nachhaltige Chemie in der Schule" und präsentierte es am 19. Oktober 2023 bei einer Veranstaltung des Umweltbundesamts. Das Positionspapier kann hier oder auf der Website der Plattform Grüne Chemie eingesehen werden.


Sammlung an Versuchen zur Grünen und Nachhaltigen Chemie

Hier finden Sie eine Sammlung an Versuchen zur Grünen und nachhaltigen Chemie. Die Versuche sind kontextualisiert, nach Jahrgangsstufe, Lehrplanzuordnung und Dauer sortierbar und werden aktuell am AECC Chemie ausprobiert.


ScienceSpots rund um Grüne und nachhaltige Chemie

Naturwissenschaftliche Phänomene und Prozesse begegnen nicht nur Wissenschaftler:innen im Labor, sondern uns allen in unserem Alltag. Diese zu erkennen und zu verstehen, ist für alle Bürger:innen wichtig, um informierte Wahl- und Konsumentscheidungen treffen zu können. SpottingScience wurde von Philipp Spitzer am AECC Chemie entwickelt, um Lernmöglichkeiten über interessante und relevante chemische Aspekte im öffentlichen Raum anzubieten. Seit er an die Universität Graz wechselte, gibt es zwei Standorte vom SpottingScience in Österreich – Wien und Graz.

Auf dem öffentlich genutzten Campus der Universität Wien sind Holzpfosten mit QR-Codes (ScienceSpots) zu finden, die alle Interessierten eingeladen, diese mit ihrem Smartphone zu scannen und sich über das jeweilige Thema zu informieren. Die digitalen Lernumgebungen können sowohl von Passant:innen als auch Schulklassen genutzt werden und sind somit ein Element der Wissenschaftskommunikation. Ein weiterer Fokus von SpottingScience liegt im Bereich der Lehrer:innenbildung.

Die ScienceSpots werden zum Teil durch Chemie-Lehramtsstudierende im Rahmen von Bachelorarbeiten entwickelt und in Konzepte für den Chemieunterricht integriert. Dies bietet Studierenden neben der Vertiefung eines Fachinhalts auch die Möglichkeit, sich mit Wissenschaftskommunikation, der Nutzung digitaler Medien sowie dem Design angemessener Lerngelegenheiten für die jeweiligen Zielgruppen auseinanderzusetzen.

Der thematische Schwerpunkt der ScienceSpots des AECC Chemie in Wien liegt auf Themen der Grüner Chemie. Grüne Chemie – ein Begriff, der erstmals 1991 von Paul Anastas geprägt wurde – kann als die Entwicklung einer auf den Output ausgerichteten industriellen Chemie hin zu Initiativen zur Vermeidung von Umwelt- und Gesundheitsgefährdungen betrachtet werden. Während die Industrie für die Sicherheit der Produktionsprozesse und der Produkte verantwortlich ist, müssen die Nutzer:innen die Produkte auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise verwenden und entsorgen. Mit anderen Worten: Sowohl die Industrie als auch die Nutzer:innen sind dafür verantwortlich, dass Grundsätze der grünen Chemie eingehalten werden.

Die von Anastas und Warner formulierten zwölf Prinzipien der Grünen Chemie werden an den einzelnen ScienceSpots auf dem Campus in Wien vorgestellt und anhand von Beispielen mit Alltagsprodukten verständlich erläutert. 

Am Wiener SpottingScience-Projekt unter Leitung von Anja Lembens haben bisher folgende Personen mitgearbeitet: Martina Zodl, Gerda Heinzle, Alexandra Teplá, Olivia Froschauer, Benjamin Eckhart

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter https://www.spottingscience-vienna.at/

Im Rahmen des Projekts SpottingScience wurden mittlerweile einige ScienceSpots mit Themen zur Grünen und nachhaltigen Chemie entwickelt. 

ScienceSpot: Grüne Chemie

ScienceSpot: Holz - Rohstoff der Zukunft?

ScienceSpot: Holz - Ganz schön raffiniert!

ScienceSpot: „Weltretter“ Wasserstoff?!


IUPAC-Erhebung: Green and Sustainable Chemistry Teacher Survey

Ziel dieser internationalen Erhebung der IUPAC ist es, weltweit Informationen von Lehrpersonen zu Chemieunterricht in Bezug auf Grüne und nachhaltigen Chemie zu erheben. Univ.-Prof. Dr. Anja Lembens (AECC Chemie, Universität Wien) ist Projektkoordinatorin für Österreich und wird durch Alexandra Teplá (AECC Chemie, Universität Wien) unterstützt.


Unterrichtsreihe "Bioraffinerie von Holz"

Im Rahmen einer Masterarbeit am AECC Chemie wurde eine Unterrichtsreihe für die 12. Schulstufe zu Grüner und nachhaltiger Chemie am Beispiel Bioraffinerie von Holz entwickelt. Sie wird aktuell in Schulen getestet und evaluiert. Hier können Sie das Unterrichtsmaterial herunterladen.


Fortbildungsangebot rund um Grüne und nachhaltige Chemie für Lehrer:innen

Das AECC Chemie bietet regelmäßig Fortbildungen für Lehrer:innen zu verschiedenen Themen rund um Grüne und nachhaltige Chemie an. Aktuelle Fortbildungen finden Sie hier.


Leo: Nachhaltig leben

Der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) widmet sich die Fortsetzung des Projekts „Leo: Saures und Basisches in unserem Alltag“. Für den Sachunterricht in der Primarstufe entstehen dabei Materialien für Schüler:innen sowie eine umfangreiche Handreichung für Lehrer:innen. Im Rahmen des Projekts wird der Vielperspektivität des Sachunterrichts Rechnung getragen, differenzierte Zugänge zu der Thematik werden geschaffen, und auch zahlreiche Ideen für naturwissenschaftliche Untersuchungen werden entwickelt. In bewährter Weise kommt dabei wieder die Methode des Storytellings zum Einsatz. Weitere Informationen finden Sie hier.